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Drei Tipps für bessere Entscheidungen. Gastbeitrag von Dennis Tröger.

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Über den Autor
5 Jahre lang das falsche Studieren und es trotzdem durchziehen. Mut und Willenskraft oder in Wirklichkeit die falsche Entscheidung? Nach 5 verschwendeten Jahren habe ich mich dazu entschlossen anderen dabei zu helfen, nicht in die gleiche Falle zu tappen und ihre kostbare Lebenszeit zu verschwenden. Diese drei Tipps sind auf meiner Vortragsreihe „Die perfekte Entscheidung“ die zurzeit in Frankfurt abgehalten wird. Melde Dich gerne bei mir via E-Mail oder über unsere junge Community „Die perfekte Entscheidung“.

Richtig Entscheiden mit diesen drei Tipps.

Du hast einige Optionen abgewogen. Du weißt, was Du willst und trotzdem handelst Du nicht, wieso? Kurzfristige Emotionen halten Dich davon ab zu handeln. Mit den folgenden Tipps wird es Dir leichter fallen, Dich für die eine oder andere Option zu entscheiden. Angst und Zweifel spielen hiernach keine Rolle mehr.

Die folgenden Tools sind an anderen Stellen ebenfalls mächtig: Wer kennt das nicht? Das Stück Kuchen sieht einfach zu gut aus. Doch eigentlich ist gerade Diät angesagt. Das Verlangen wächst mit jedem Blick… bis das Stück schließlich verschwunden ist und dafür ein schlechtes Gewissen aufgetaucht.

Wie kannst Du diese Kurzschlusshandlungen unterbinden, die Du im Nachhinein bereuen wirst? Die folgenden Tipps helfen Dir, nicht länger durch Deine Emotionen kontrolliert zu werden, sondern Deine Emotionen im Griff zu haben:

10/10/10 Methode – Abstand gewinnen

Viele schöne Optionen liegen vor Dir und mit Hilfe der richtigen Analyse hast Du für Dich die richtige herausgefunden. Genau wie Lisa weißt Du, welchen Weg Du einschlagen musst. Lisa ist sich sicher, dass sie aus dem Betrieb ihres Vaters heraus in die weite Welt muss. Sie möchte Lehrerin werden und vorher einige Zeit im Ausland arbeiten. Am liebsten in Afrika. Sie weiß, was das richtige für sie ist, aber sie hat Angst vor der Reaktion ihrer Eltern und dem Rest ihres Umfelds.

Obowhl ihr Traum sehr klar ist und die präferierte Option eindeutig: Sie hat Angst und diese Angst lähmt sie.

Kurzzeitige Emotionen halten Dich davon ab die Art von Entscheidungne zu treffen, auf die es ankommt. Lisa stellt sich also die Fragen:

Wie fühle ich mich in 10 Minuten, wenn ich mich für das Ausland entscheide?

Wie fühle ich mich in 10 Monaten, wenn ich mich für das Ausland entscheide?

Wie denke ich über diese Entscheidung in 10 Jahren?

Durch diese einfachen Fragen gewinnt sie Abstand von ihrem Dilemma. Sie weiß, dass ihre Eltern nicht immer wütend sein werden und das ihr Vater irgendwann Verständnis haben wird. Zudem wird ihr klar, dass sie in 10 Jahren bedeutend zufriedener sein wird.

Welche Entscheidungen schiebst Du im Moment auf?

Nur weil alle es tun ist es nicht richtig

„Wir machen das seit 10 Jahren so!“ – Das mag stimmen, aber etwas kann auch 10 Jahre lang falsch gemacht werden. Löse Dich davon, dass das was alle machen das richtige ist. Versuche selbst an die Grenzen zu stoßen und mache Deine eigenen Erfahrungen. Wir Menschen verlieren nicht gerne Dinge die wir bereits besitzen. Ein Grund, wieso Menschen an Ritualen und Gewohnheiten festhalten – selbst dann noch, wenn sie sich als schädlich erweisen.

Finde Deine inneren Werte

Mir wurde Anfang des Jahres ein neuer Job angeboten. Bedeutend besseres Gehalt, Firmenwagen, eigentlich alles was ich mir hätte wünschen können. Doch ein Blick in die Zukunft machte mir klar: In sechs Monaten werde ich wieder unglücklich sein. Wieder wird sich morgens die gleiche Frage stellen: „Für wen stehe ich auf?“.

Als Mensch können wir gegen vieles kämpfen, aber nicht gegen unsere tiefsten Überzeugungen. Du musst für Dich herausfinden, was Deine tiefsten Überzeugungen und inneren Werte sind. Denn selbst die fantastischste Option zerfällt, wenn Du nicht daran glaubst.

Entweder es ist ein „Ja, auf jeden Fall!“ oder es ist ein „Nein“. Ganz einfach. 

Als Unternehmer kann das bedeuten sich ins Bewusstsein zu rufen, wer der Kunde ist. Der hysterische Chef ist nicht der Kunde. Der Kunde ist der Kunde. Aus diesem Grund sollte so gehandelt werden, dass der Kunde am Ende glücklich ist.

Die inneren Werte sind die Königsdiziplin im Entscheidungsprozess. Das Zünglein an der Wage und der letzte Schritt zur perfekten Entscheidung.

Was würdest Du einem Freund oder Freundin raten?

Ein Perspektivenwechsel kann wahre Wunder vollbringen: Was würdest Du einem Freund oder Freundin raten in der Situation zu tun, die Dir Kopfzerbrechen bereitet? Entscheidungen mit emotionalem Ballast zu treffen ist schwierig.

Daher kann ich Dir nur empfehlen: Sieh Dir die Entscheidung aus den Augen eines anderen Menschen an. Wenn Du Deinen Freunden einen Rat gibst, solltest Du ihn dann nicht auch selbst befolgen?

Besser lernen: Die besten Tools aus 2014.

Nicht nur ein Jahr älter geworden, sondern auch ein Jahr erfahrener.

2014 war ein Wendepunkt. Ein Jahr, das mir im Gegensatz zu dem Partydunst der Jahre 1992-1998 und dem Karriertrott der Jahre 1999-2012 mit allen Ecken und Kanten in Erinnerung bleiben wird.

Ich betrachte es als Privileg, in komprimierter Form sehr viele Dinge – persönlich wie fachlich – lernen zu dürfen, was zum größten Teil mit meiner Firmengründung zusammenhängt. Noch ist allerdings nicht der Zeitpunkt einen Artikel „Was ich in zwei Jahren als Firmengründer gelernt habe“ zu schreiben. Nur kurz: In 2014 konnten wir einen größeren Etat gewinnen, ich kann jetzt nicht mehr nur die Miete, sondern auch das Bier bezahlen (das ich, sollten Sie mal nach Hamburg kommen, an Ihrer Stelle hier trinken würde: Haus 73 – interessanteste Bierauswahl Hamburgs. Sollten Sie Cocktails bevorzugen, treffen wir uns Ende 2015 vielleicht mal hier)

Wir konnten zwei gute Leute einstellen und wir haben sehr gute Aussichten für 2015. Der Weg ist allerdings noch nicht zu Ende und über den schreibe ich lieber auf dem Gipfel. 2014 wartete glücklicherweise nicht nur mit einem Haufen beruflicher „Interessantheiten“ auf, sondern auch mit einer Reihe spannender Tools zum Lernen.

Sprachen lernen: Die besten Tools.

Über Tools zum Sprachenlernen habe ich in der Vergangenheit schon öfter geschrieben.

In 2014 kristallisierten sich zwei klare Favoriten heraus, für die ich gerne zahle. Das sind Lingq ( dank der Empfehlung eines Lesers) und Fluentu. Im Detail stelle ich beide Tools zum Sprachenlernen hier vor: “Sprachen lernen im Internet…”. Zum Erlernen der chinesischen Schriftzeichen setze ich jetzt voll und ganz auf Trainchinese. Das ist zwar nicht so schön wie Skritter – aber wesentlich günstiger und im Ergebnis fast genauso effizient. (Skritter zum Erlernen der chinesischen Schriftzeichen habe ich hier vorgestellt: “Mandarin lernen“.)

Die interessantesten Podcasts und Websites in 2014

Ganz klar: „Dan Carlin’s Hardcore History“. Die Sendungen dauern ungefähr drei Stunden und bestechen durch eine faszinierende Themenauswahl – von den Wiedertäufern in Münster, bis zum ersten Weltkrieg – sowie durch den ansteckenden Enthusiasmus des Moderators. Dabei sind sie hervorragend recherchiert und bereichern durch neue Perspektiven auf aktuelles Zeitgeschehen.

„Popop Chinese“ ist ein erstklassiger Podcast für alle, die sich für die Rotchinesische Gegenwart interessieren. Sowohl politisch wie auch popkulturell. Für mich als Mandarinlernender besonders fein: Gesprochen wird Englisch – wobei mitten im Satz zu Mandarin gewechselt wird. Das heißt, der Inhalt ist aus dem Kontext heraus verständlich und man kann „nebenbei“ in die Sprache eintauchen.

„Veinte Mundos“ ist die Website der Wahl, wenn Sie Spanisch lernen. Alle 14 Tage erscheint hier eine Artikel zu einem kulturellen, politischen oder gesellschaftlichem Thema aus Süd- und Mittelamerika. Es gibt aber nicht nur Text, sondern auch eine Audiospur, so dass man sich den Text auch vorlesen und sogar herunterladen kann. Flankiert wird der Text durch weitere Medien, wie beispielsweise themenrelevante TV-Mitschnitte. Diese drei hier genannten Formate begleiteten mich in 2014 durchgehend.

Neu hinzugekommen ist “Netflix”. Muss man glaube ich nichts zu sagen. Dabei begeistert mich allerdings weniger die Serienauswahl, sondern mehr die Tatsache, dass man – je nach Serie – zwischen mehreren Tonspuren wechseln kann und sich eine Episode so erst auf Deutsch und dann auf Französisch anschaut.

Warum Sie sich ein E-Book Reader besorgen sollten.

In 2014 sicher nicht mehr neu: E-Books. Für mich als Sprachenlerner allerdings eine Offenbarung.: Zunächst: Englische Bücher sind im Original um ein vielfaches günstiger als die deutschen Übersetzungen. Englische, spanische und französische Bücher sind en masse verfügbar – teilweise kostenlos. Außerdem: Vokabeln lassen sich leicht nachschlagen. Im Moment lese ich E-Books über das Tablet. Demnächst will ich mir aber einen Kindl-Reader besorgen. Dabei weiß ich allerdings nocht nicht, ob ich auf den Kindl Paperwhite oder den Kindl Vojage setzen soll. Kennt sich jemand aus? Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches, glückliches und inspirierendes 2015!

99 Tage ohne Facebook: Aus beruflichen Gründen gescheitert.

Ich habe immer den Tag gefürchtet, an dem ich einen Blog Artikel wie folgt beginne: Ich habe hier schon länger nichts mehr geschrieben…

Aber das schlimmste kommt erst noch: Ich habe hier schon länger nichts mehr geschrieben, weil ich in den letzten drei Wochen, die Nord-West Passage durchschwommen habe. Verzeihung, ich meine natürlich, weil ich die Strecke von Moskau nach Peking S-Bahn-Surfend am Speisewagen der Transsibirischen-Eisenbahn verbracht habe…

Nichts dergleichen!

Ich habe hier schon länger nichts mehr geschrieben, wegen…

Jetzt, zum Jahresende, sind meine Gedanken einfach nur noch bei Schmalzgebäck, Glühwein und Feiertagen. Und aktuell bei der Facebook-Seite meiner Firma.

Facebook-Seite + Firma verträgt sich natürlich nicht mit meinem Vorsatz, 99 Tage auf Facebook kein Gesicht zu zeigen. Firma braucht aber Facebook-Seite, weil Bewerber sich die nun mal anschauen. Ich bin also ein Opfer der Notwendigkeit. Vergewaltigt von Sachzwang und Zeitgeist.

Dabei war es wirklich schön, die Finger von Facebook zu lassen. Auch wenns komisch klingt, aber ich musste mir mein Leben nicht mehr mit meiner Timeline teilen.

Damit bekommt mein „99 Tage ohne Facebook“-Vorsatz einen neue Wendung: Facebook nur aus beruflichen (meine Agentur) und spaßigen (Fort Vinci)-Gründen.

Falls Sie „irgendwas mit Medien“ machen, sich schon immer fragten, wie sich 33% Anarchismus (meine Anteile) und Kommerz miteinander vertragen oder falls sie schon immer eine Werbeagentur „Liken“ wollten, bisher aber nicht wussten, welche, ich hätte da eine Idee…

Die noch jungfräuliche Fanpage meiner Firma.

Bis nächste Woche. Garantiert Schmalzgebäckfrei. Aber wahrscheinlich mit was Neuem aus der heißen Mandarin-Lern-Hölle.

99 Tage ohne Facebook.

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Es gibt Situationen die bei mir ein Stirnkratzen auslösen, ein Räuspern oder ein Schnalzen mit der Zunge. Seit einigen Jahren ist „auf Facebook gehen“ ins Repertoire meiner „pawlowisierten“ Verhaltensweisen dazugekommen:

Computer hochfahren, Browser laden, Facebook besuchen. Bei der Arbeit nicht weiter wissen, Facebook besuchen. In der Bahn sitzen, Facebook besuchen. Dann in die Tiefe meiner Chronik scrollen, liken, kommentieren, mich ärgern oder „lol“ schreiben.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Facebook-Algorithmus mich inzwischen besser kennt, als ich mich selber. Gegen die Flut der interessanten Artikel komme ich nicht mehr an. Ich lese sie schon längst nicht mehr, sondern archiviere sie in mein Bookmarkingtool „Getpocket“.

Hin und wieder möchte ich gemocht werden und poste was mit meiner Tochter. Natürlich unkenntlich. Kinder gehen aber auch verschwommen. Hauptsache ein Stofftier ist sichtbar. „Likes“ sind garantiert. Mit exotischen Urlaubsbildern kann ich nicht dienen, aber dafür mit Erfolgsmeldungen aus meiner Firma. Besonders gerne poste ich, wenn ich gerade wieder eine Laufphase habe und sonntagnachmittäglich die 21 Kilometer geknackt habe.

Ich war früher nicht so.

2007 habe ich mich auf Empfehlung eines Freundes bei Facebook angemeldet. Damals hab’ ich nicht verstanden, was das soll. 2009 hatte ich schon zwei Mal was gepostet.

Und mich dabei ziemlich unbehaglich gefühlt. Immerhin: Das sehen ja alle. Und damals gab es glaube ich noch: „Don’t like“. Keine Ahnung, wann der Damm gebrochen ist. Ich könnte in meiner Chronik nachgucken, die fast alles über mich weiß, aber vorgestern Abend beschloss ich, Facebook für 99 Tage „Adieu“ zu sagen. Ein Freund hat mich auf die Aktion „99 Days of Freedom“ gebracht. Derselbe, der mir 2007 von diesem Facebook-Ding erzählt hat.

Hab’ ich natürlich gepostet und jetzt ist der erste Tag meiner Facebook-Abstinenz und mich interessiert brennend, wie viele Likes ich damit eingesammelt habe.

Früher war ich wie gesagt nicht so. Jetzt bin ich also einer der ersten Menschen, deren Persönlichkeit von einem Algorithmus verändert wurde. Übrigens, ist das nicht prosaisch zu verstehen, sondern wörtlich: Facebook hat im Rahmen eines großangelegten Experimentes die mentale Verfassung vieler Mitglieder bewusst manipuliert.

Das ist für mich allerdings kein Grund, mich temporär aus diesem sozialen Netzwerk zu verabschieden. Ebenso wenig geht es mir darum, so etwas wie „Freiheit“ zu erfahren. „99 Days of Freedom“… Echt, Freiheit, weil kein Facebook? Eher kommt es mir so vor, als schränkte ich meine Freiheit ein, indem ich auf eine Option KATEGORISCH verzichte.

Es geht mir mehr um eine Art „Entschlackungskur“, was mein Informationskonsum angeht: In den letzen Monaten bin ich von einem nur noch teilweise lesenden zu einem hauptsächlich „bookmarkenden“ Wesen mutiert. Ein bisschen Eigentherapie also.

Ein weiterer Grund: Ich möchte mich mit Facebook beschäftigen und nicht durch Facebook beschäftigt sein. Damit hab ich auch eine berufliche Rechtfertigung. Wenn man beruflich mit Kommunikation zu tun hat und auf einen derart prominenten Kanal wie Facebook verzichtet, ist das so, als würde man als Arzt die Entdeckung von Antibiotika ignorieren.

Insgeheim ging es mir aber nur darum, mal was Krasses zu posten: 99 Tage ohne Facebook.

Und die Tatsache, dass das einen Mitgrund ist, macht mir Angst.

Tag 1.

Es ist 15:46. Vor 15 Stunden war ich das letzte Mal bei Facebook. Es gibt diese Minuteneinsamkeit, die ich normalerweise mit einem Facebook-Besuch kuriere, um mich als Teil der Weltgemeinschaft zu fühlen. Im Moment vermisse ich Statusmeldungen von einer alten Bekannten, die es jetzt nach Colorado verschlagen hat. Ich würde jetzt gerne Bilder von ihrem Hund sehen.

Außerdem möchte ich wissen, ob ein alter Kumpel von mir gerade im Fitnessstudio ist. Anrufen? Wir haben seit Jahren nur noch über Facebook miteinander zu tun. Ein „Like“ ist die kuschligste Art, nicht in Kontakt zu stehen.

Tag 2.

Bin in der Agentur und arbeite. Draußen ist es grau. Hatte nie den Drang, „Wochenendarbeitsposts“ zu posten, wie der ein oder andere Kandidat auf meiner Timeline. Heute hab’ ich ihn. Auf Facebook zu verzichten und einen Blog zu schreiben – das ist so wie kein Bier mehr zu trinken, aber dafür Schnaps.

Mir wird gerade klar, dass ich sicher Leser verlieren werden. Kann ja auf der Fort Vinci Facebook Seite nicht posten, das ein neuer Artikel online ist. Google Plus, Twitter?

War ein Witz.

Mir fällt gerade auf, dass ich schon seit zwei Tagen keine Nacktbilder mehr von Kim Kardashian gesehen habe.

Erlesen und erschreiben Sie sich Ihr Superhirn.

Kreatives schreiben lernen
Meine Demenzangst führt mich immer wieder zum Thema Gehirntraining. Aus einer Kombination aus Faszination und Wunschdenken habe ich mich eine Zeit lang für Gehirntrainingsprogramme a la „Lumosity“ und „Dual n-back“ begeistert.

Bis ich nach einiger Recherche herausgefunden habe, dass diese Programme nicht die kognitive Leistungsfähigkeit steigern, sondern nur das Kapital der entsprechenden Anbieter. Also hören Sie auf, Ihr Gehirn damit zu trainieren.

Die beste Art, das Gehirn zu trainieren, ist die, es zu benutzen.

Lesen und schreiben beispielsweise hat einen messbaren Effekt auf Kreativität, Empathie und zielgerichtetes Denken. Das zeigen jetzt einige aktuelle Studien.

Und da aktuell der diesjährige Schreibmarathon NaNoWriMo gestartet ist – hier ein Erfahrungsbericht – ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um über die positiven Wirkungen von Lesen und schreiben zu schreiben.

Macht lesen fit?

In diesem Artikel in der New York Times zitiert der Autor eine 2006 veröffentlichte Studie, in der untersucht wird, welchen Effekt „Lesen“ auf das Gehirn hat.

Beim Lesen werden nicht nur die für die Sprache zuständigen Areale im Gehirn – Broca- und Wernicke-Areal – angesprochen, sondern auch die für die geschilderten Empfindungen. Liest man beispielsweise die Beschreibung von Düften oder von Handlungen, werden in diesem Fall die für Geruchssinn beziehungsweise Motorik zuständigen Bereiche aktiviert.

The brain, it seems, does not make much of a distinction between reading about an experience and encountering it in real life

Die Präzision, mit der die entsprechenden Areale aktiviert werden ist dabei erstaunlich. Der Autor verweist auf eine von Véronique Boulenger am Laboratory of Language Dynamics in Frankreich durchgeführten Studie. Diese zeigt, dass die Reaktion der entsprechende Gehirn-Areale extrem spezifisch ist. Lesen Sie: „Er hob seinen Arm“ reagiert tatsächlich der Bereich, der auch beim wirklichen Armheben aktiviert würde. Wohingegen: „Er schwang das Bein“ – einen anderen Bereich reagieren lässt.

Womit meine Muskelaufbau-Pläne eine neue Dimension bekommen.

Lässt Lesen Sie besser fühlen?

Weitere in dem NY-Times Artikel veröffentlichte Studien zeigen, dass Lesen empathischer macht. Zumindest, wenn Sie Belletristik lesen. Das komplexe Gefüge textlich geschilderter sozialer Interaktionen aktiviert genau die Areale, die Sie im tatsächlichen Freud und Leid menschlichen Miteinanders – von der Romanze bis zur perfiden Bürointrige – durchleben.

This relationship persisted even after the researchers accounted for the possibility that more empathetic individuals might prefer reading novels.

Eine an Vorschulkindern durchgeführte Studie zeigt: Je mehr Geschichten sie vorgelesen bekommen haben, desto klarer ist ihre „Theory of mind“. (Eine Vorstellung davon, was andere wohl denken und empfinden). Diesen Effekt haben interessanterweise auch Filme. Allerdings nur, wenn sie im Kino und nicht im Fernsehen gesehen werden.  Eine Erklärung: Beim TV-Gucken werden Kinder tendenziell eher sich selbst überlassen , wohingegen der Kinobesuch immer noch ein „soziale Ereignis“ ist.

Das Fazit des Autors lautet daher zu Recht: Reading great literature, it has long been averred, enlarges and improves us as human beings. Brain science shows this claim is truer than we imagined.

Mehr schreiben, besser denken.

Passend zum NaNoWrimo bin ich im NYMAG auf einen Artikel  gestoßen, der sich auf eine Studie bezieht, die den Effekt des Schreibens auf das Gehirn untersucht.

Dabei wurden 20 professionellen Schreibern – die mindestens seit 10 Jahren etwa 21 Stunden die Woche schreiben – und 28 Neulingen – die weniger als eine Stunde die Woche schreiben – eine Kurzgeschichte vorgelegt. Die Aufgabe: Die Geschichte zu Ende zu schreiben – und das in einem Hirnscanner.

Dabei zeigte sich eine gesteigerte Aktivität im Stirnlappen, der für Sprache und Zielorientierung entscheidend ist. Zu erwarten war, dass die Sprachareale aktiviert wurden. Überraschend war jedoch, dass auch die motorischen Areale der beschriebenen Handlungen bei den Profis viel stärker reagierten als bei den Laien. Außerdem zeigte sich, dass die Hirnareale, die für Lernen und Expertenleistungen eine stark erhöhte Aktivität zeigten.

Expertenleistungen sind weitestgehend automatisiert. Das heißt in diesem Fall: Während der Autor schreibt, muss er nicht mehr so sehr bewusst Ideen entwickeln oder um richtige Worte ringen. Sie kommen automatisch – verglichen mit einem Neuling.

Leider werde ich es dieses Jahr nicht schaffen, am NaNoWriMo teilzunehmen. Sollten Sie jetzt Lust dazu bekommen haben: Hier finden Sie über 160 Story-Ideen für den NaNoWriMo.

Und worauf Sie beim Schreiben achten sollten, um das Gehirn richtig in Wallung zu bringen, sehen Sie auf diesem Schaubild, das ich hierher habe.

Kreatives schreiben lernen